Auf geht’s – München wird digital

Ein Gespräch mit Thomas Bönig, dem CDO der Stadt München und Stephanie Mirlach über die Münchner Digitalisierungsstrategie

Vieles wird durch die Digitalisierung entscheidend beeinflusst, auch das Leben in Städten ändert sich. Und wie Städte als Lebensmittelpunkt für immer mehr Menschen „funktionieren“ und wie sie aus Verwaltungssicht aufgestellt sein müssen. Dieser Entwicklung will und muss sich auch die Stadt München stellen. Da ich selbst hier lebe ist das für mich natürlich besonders interessant. Deshalb habe ich mich besonders über die Gelegenheit gefreut, mich mit Thomas Bönig und Stephanie Mirlach über die neue Digitalisierungsstrategie der Stadt München austauschen zu können. Thomas Bönig hat seit März 2018 als IT-Referent und Chief Digital Officer der Stadt München die Verantwortung dafür übernommen, München in die digitale Zukunft zu führen. Stephanie Mirlach ist als persönliche Mitarbeiterin des IT-Referenten vor allem für das Thema Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich.

Mit Thomas Bönig und Stephanie Mirlach beim Austausch über die Digitalstrategie von München

Was haben mir die beiden über die Münchner Digitalisierungspläne berichtet?

  • München stellt sich der Herausforderung der Digitalisierung. Thomas Bönig und sein Team haben dafür eine Strategie mit einem Zeithorizont bis zunächst 2025 entwickelt. Das Motto der Initiative ist: München. Digital. Erleben.
  • Die über der Strategie stehende Vision ist es, die Chancen der Digitalisierung zum Wohl der Stadtgemeinschaft einzusetzen und Risiken der Digitalisierung dabei zu minimieren.
  • Die Strategie fokussiert auf drei zentrale Handlungsfelder: Stadtverwaltung, Infastruktur und Stadtgesellschaft.
  • Stadtverwaltung: Wie alle Kommunen ist auch München durch das Online-Zugangsgesetz (OZG) dazu verpflichtet, Online-Services für Verwaltungsleistungen zur Verfügung zu stellen. Dadurch können bisher analoge Papiervorgänge ortsunabhängig digital abgewickelt werden. Große Herausforderung in diesem Zusammenhang ist das Thema Informationssicherheit und Datenschutz. Eine geplante Maßnahme ist hier zum Beispiel die Einführung des München Portals der Zukunft. Das Portal ist als leistungsstarke Suchmaschine konzipiert, die es ermöglicht, zu einer Fragestellung von BürgerInnen die richtige Verwaltungslösung zu finden.
  • Infrastruktur: Die Digitalisierung soll genutzt werden, um Herausforderungen der Stadt in den Bereichen Mobilität, Energie, Umwelt und Sicherheit zu meistern. Geplante Maßnahmen sind hier zum Beispiel der Ausbau des öffentlichen W-Lan- und Breitbandangebotes. Darüber hinaus sollen die städtischen Daten besser genutzt werden können. Hier wird an einer Open-Data-Plattform und einem digitalen Zwilling der Stadt gearbeitet. Und als Drittes laufen im Bereich Infrastruktur bereits einzelne „Leutturmprojekte“. So werden Feuerwehreinsätze zum Beispiel schon durch Drohnen unterstützt, um Zufahrts- und Fluchtwege zu identifizieren und Brandquellen zu lokalisieren.
  • Stadtgesellschaft: Die Strategie hat das expizite Ziel, zum Wohl der Stadtgesellschaft beizutragen. Dafür werden Maßnahmen in drei Feldern geplant: Kommunikation/ Partizipation, Arbeit & Wirtschaft sowie Digitales erproben und erleben. Es soll zum Beispiel eine Beteiligungsplattform aufgebaut werden und es sollen Bürgerlabs entstehen, in denen die MünchnerInnen die neuen Möglichkeiten der digitalen Stadtverwaltung erleben können und erklärt bekommen. Im Bereich Wirtschaft soll durch das Munich Urban Colab die Kooperation zwischen Start-up, Innovatoren, Wissenschaft, etablierten Unternehmen und Verwaltung gefördert werden.

München hat also viel vor. Was ich besonders positiv an der Strategie finde, ist ihre Breite. Von technologischen Aspekten (Datenstrategie) über Effizienzsteigerung in der Verwaltung bis hin zu Angeboten für das Wohl der gesamten Stadtgemeinschaft. Darin liegt aber natürlich auch eine Gefahr: wie kann das Ganze bei dieser Breite auch Wirklichkeit werden und in die Umsetzung kommen? Ein wichtiger Schritt wurde hier Ende Juli gemacht, als der Münchner Stadtrat die Digialisierungstrategie beschlossen hat. Und das einstimmig. Zudem laufen erste Initiativen auch bereits, wie zum Beispiel das Kommunikations- und Partizipationsportal muenchen.digital und das Drohnenprojekt bei der Feuerwehr. Aber das sind sind nur erste Schritte. Zur konsequenten Umsetzung muss durch den Stadtrat nun auch ein entsprechendes Budget zur Verfügung gestellt werden. Thomas Bönig spricht hier von einem „signifikanen dreistelligen Millionenbetrag“, der notwendig ist. Und dann muss es an die konsequente Konkretisierung der definierten Themen gehen und an die Arbeit.

Bei der Umsetzung der Digialisierungstrategie sind dem IT Referat die Themen Transparenz und Bürgerbeteiligung wichtig. Dafür gibt es unterschiedliche Instrumente: zum einen wird es ab 2020 einen jährlichen Fortschrittsbericht geben und es wird das städtische Digitalisierungsradar aufgesetzt (auf muenchen.digital). Im Digitalisierungsradar wird zum einen über alle laufenden Initiativen und Projekte im Zusammenhang mit der Digitalisierungsstrategie berichtet werden, zum anderen wird es die Möglichkeit zur Kommentierung und Mitgestaltung geben.

Es wird in München in den kommenden Jahren also digital spannend werden. Ich freue mich auf alle tollen Neuerungen, die anstehen. Über diesen Kanal werde ich über die interessantesten Entwicklungen auf dem Laufenden halten.

Herzlichen Dank an dieser Stelle an Thomas Bönig und Stephanie Mirlach für ihre Zeit und für die Einführung in die Münchner Digialisierungsstrategie.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.