Ms. AI – Für künstliche Intelligenz mit mehr weiblicher Beteiligung, für das Gemeinwohl und in Europa

Ein Interview mit Eszter Debreczeni

Künstliche Intelligenz (KI) verändert unseren Alltag, die Art wie wir Arbeiten und vielfältige Lebensbereiche gerade schon merkbar. Und der Einfluss wird noch stärker und tiefgreifender werden. Dafür, dass KI das Leben aller (stark) beeinflussen wird, ist momentan nur ein zu kleiner Ausschnitt der Gesellschaft (Data Scientists, UnternehmerInnen, Softwareentwickler) an der Diskussion um und dem Gestalten von KI beteiligt.

Das soll sich ändern. Dafür wurde von Nancy Nemes „Ms. AI“ gegründet. Eszter Debreczeni ist Mitglied des Advisory Board der Initiative. Ich habe mit ihr über mehr Menschlichkeit, mehr weibliche Beteiligung und mehr Diversität und Künstliche Intelligenz gesprochen.

pioneering.digital: Hallo Eszter, was genau ist Ms. AI?
Eszter: Ms. AI kann mit drei Stichworten beschrieben werden. Zum einen ist es eine vielfältige Gruppe von KI-Experten und Botschaftern. Zum anderen eine Platform für interdisziplinäre Zusammenarbeit und Wissensaustausch zu KI-bezogenen Themen. Und drittens sind wir eine Initiative mit dem Ziel, innovative und ethische KI zu treiben. Mit dem Fokus auf Europa und stärkere Beteiligung von Frauen.

Eszter Debreczeni im Interview

pioneering.digital: Was ist euch bei eurem Engagement rund um das Thema KI bei Ms. AI wichtig?
Eszter: Künstliche Intelligenz wird sich zunehmend auf unser Leben und den Alltag auswirken. Wir sehen aber, dass wir bei der Weiterentwicklung von KI-Lösungen in Europa im Vergleich zu den USA und China hinterher sind. Wir möchten, dass Europa hier vorne mitspielt. Zudem geht es uns um „HumanAIze, und dazu brauchen wir mehr Inklusion und Diversity. Auf dieser Reise sind wir aber noch nicht alle gleich stark vertreten. Deshalb ist einer unserer Slogans „FeMale First“. Wir denken, dass mehr weibliche Beteiligung wichtig ist, um innovative, menschenfreundliche und inklusive KI-Lösungen zu entwickeln. Wir wollen eine Plattform bieten, über die sich Frauen in die Diskussion, Entwicklung und Zukunftsgestaltung aktiv einklinken. Dabei wollen wir nicht ausschließlich eine Initiative für Frauen sein. Aber wir wollen, dass Frauen ihrem Anteil in der Bevölkerung entsprechend ausgeglichen bei dem Thema KI dabei sind.

pioneering.digital: Ihr betont die ethische Komponente von KI. Warum ist das aus eurer Sicht besonders wichtig?
Eszter: KI hat das Potenzial, das Leben von allen schöner und einfacher zu machen und so zum Gemeinwohl beizutragen. Es gibt aber auch das Potenzial in die entgegensetzte Richtung. Dafür wollen wir Bewusstsein schaffen. Dass es bei KI nicht nur um technologische oder wirtschaftliche Aspekte und Interessen geht. Sondern dass KI ein wichtiges gesellschaftliches Thema ist. Und wir wollen, dass KI zum Wohl aller beiträgt und nicht z.B. für politische Einflussnahme verwendet wird, um nur ein Beispiel zu nennen.
Aus meiner Perspektive bedeutet „humanAIze“ einerseits wie inklusiv wir KI treiben, aber auch die Mission, „AI for Good“ zu treiben. Dafür ist eine Zusammenarbeit unterschiedlicher Disziplinen notwendig. Deshalb möchten wir an der Schnittstelle von Informatik, Kognitionswissenschaft, Neurowissenschaften, Soziologie, Ethik, Philosophie, Psychologie, Kunst und mehr arbeiten. Mit dieser Vielfalt wird es auch innovativer und es gibt weniger „Bias“ das heißt Ergebnisse sind weniger verzerrt.

pioneering.digital: Was wollt ihr mit Ms. AI konkret in den nächsten Monaten erreichen?
Eszter: Unser Ziel ist es, bis 2023 10 Millionen Frauen in Europa zu erreichen. Erreichen heißt, sie unter anderem mit KI vertraut zu machen, Wissen zu vermitteln und weibliche Vorbilder sichtbar zu machen.
Zudem wollen wir ein Ökosystem von KI-Experten aufbauen, in dem zusammen an Themen gearbeitet wird. Wie zum Beispiel an unserm „Manifesto for Great AI made in Europe„.
Und wir möchten Ausbildung rund um das Thema KI voran treiben. Darunter fallen nicht zur Hard Facts, sondern auch das Nehmen von Ängsten rund um KI und die Entmystifizierung von KI.
Und daneben möchten wir Unternehmen aufzeigen, wie KI zu ihrem Erfolg beitragen kann. Und das ganz konkret, nicht auf einem theoretischen Level und plattformunabhängig.

pioneering.digital: Worauf dürfen wir uns freuen? Welche Aktivitäten plant ihr?
Eszter: Es laufen schon eine ganz Reihe von Aktivitäten. Nancy, unsere Gründerin hat vor kurzem eine Serie von Youtube-Videos zur Wissensvermittlung rund um KI gestartet. Zudem sind wir sehr aktiv auf KI-bezogenen Veranstaltungen vertreten – wie zum Beispiel in Mai -Juni auf der „Rise of AI“ oder „AI for good“, „We are Developers“, „iCEEFest“ etc.

Wer uns in München persönlich kennenlernen möchte, kann uns auf der HerCAREER im Oktober treffen. Zudem planen wir eine Konferenz mit dem Titel „HumanAIze“. Um die wichtigsten Neuigkeiten zu bekommen, sollte man Nancy Nemes auf LinkedIn und die Webseite Ms. AI folgen. Dort wird über alles Laufende informiert.

pioneering.digital: Liebe Eszter, vielen Dank für den Einblick in Ms. AI und für euer Engagement für „gute“ und verantwortungsvolle Künstliche Intelligenz. Ich wünsche Euch weiterhin viel Erfolg!

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