Treffen der Tech und Digital Community in Lissabon

Eindrücke vom Web Summit 2019

Vom 6.-9.11.2019 hat in Lissabon der diesjährige Web Summit stattgefunden. Er ist mit über 70.000 Besucherinnen eine riesige Veranstaltung rund um die digitale Wirtschaft und Gesellschaft. Auf über 20 Bühnen haben Sessions in 15 unterschiedlichen thematischen Tracks (z. B. Robotics, Politics, Sustainability, Women in Tech, AI und Whistleblowing) stattgefunden. Die Größe der Veranstaltung habe ich als Vor- und gleichzeitig teilweise als Nachteil wahrgenommen.

Vorteile

  • Durch die Breite der behandelten Themen wird eindrucksvoll deutlich, wie umfassend die Veränderungen durch die Digitalisierung sind.
  • Durch die Größe der Veranstaltung waren beeindruckende Rednerinnen dabei. Unter anderen Ed Snowden, Tony Blair, Marghrete Vestager, Sophia the robot und Jaden Smith.
  • Als sehr positiv, unabhängig von der Größe der Veranstaltung habe ich zudem ein ziemlich ausgewogenes Verhältnis von weiblichen und männlichen Key Note Speakern und Diskussionsteilnehmerinnen wahrgenommen.

Durch die Größe der Veranstaltung war inhaltliche Fokussierung gefragt. Aus persönlichem Interesse standen für mich zwei Themen im Mittelpunkt: Nachhaltigkeit auf der Bühne „planet:tech“ sowie Future Societies. Auf der planet:tech Bühne mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit wurden vor allem drei große Themen angesprochen: Wasser, Energie sowie Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Bezüglich Future Societies wurden Themen diskutiert wie: Zukunft des Lernens, Wem gehören meine Daten?, Wie verändert sich Arbeit? Wie entwickelt sich Demokratie im digitalen Zeitalter. Allesamt sehr spannend und inspirierend. Meine zentrale Erkenntnis hier: Technologie kann dazu beitragen, die ökologischen Herausforderungen für unseren Planeten zu lösen. Ohne die Veränderung des Verhaltens von uns allen, sind sie jedoch nicht in den Griff zu bekommen. So hat z. B. Dianna Cohen, Gründerin der Plastic Pollution Coalition betont, dass technologische Lösungen zur Säuberung von Ozeanen eine wertvolle Entwicklung sind. Allerdings stehen sie nach ihrer Meinung hinten in der Kette der Maßnahmen. Diese Art von Maßnahmen machen erst Sinn, wenn wir grundsätzlich weniger Müll und Plastik produzieren.

Aber die Größe der Veranstaltung hatte aus meiner Sicht auch Nachteile:

  • Die Veranstaltung hatte stark den Charakter einer großen Messe. Auf der ich mich über viele Dinge informieren konnte, aber insgesamt war das Format eher passiv. Das gemeinsame Diskussion und die Zusammenarbeit hatten wenig bis keinen Platz. Selbst in den Workshop waren in der Regel mehr als 50 Personen, was die Möglichkeiten des Austausches automatisch eingeschränkt hat.
  • Die Veranstaltung war mit über 70.000 Besucherinnen wie erwähnt sehr gut besucht. Die meisten davon, inklusive mir selbst, sind nach Lissabon mit dem Flugzeug gereist. An den Essensständen gab es eine Vielzahl verschiedener Gerichte, viele waren mit einer Plastikgabel „garniert“. Die Ökobilanz einer solchen Veranstaltung ist also auf jeden Fall diskussions- und verbesserungswürdig.

Als abschließendes Fazit kann ich für mich festhalten: es waren interessante Tage mit viel „Food for thoughts“ in einer wunderschönen Stadt. Zu sehen, dass sich so viele kluge und tatkräftige Menschen für die positive Entwicklung einer digitalen Gesellschaft einsetzen hat mir zudem persönlich Mut gemacht weiterhin mit Optimismus in unsere digitale Zukunft zu schauen.

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